[leider noch kein Bild]
Badenweiler, 03. November 2004
Der Rest der Fahrt verlief ganz ohne Probleme: Auf den guten Strassen ab Ungarn schnurrten unsere Autos nur so dahin, kein Klappern oder Vibrieren war mehr zu bemerken. Der Nissan und der Toyota haben die Fahrt doch am Ende ausgezeichnet überstanden!
Früh morgens am 30. Oktober verließen wir das schöne morbide Odessa und waren gegen 16.00 Uhr bereits in Kamjanec Podilsky. Leider wird’s in dieser Jahreszeit zu schnell dunkel, und bis wir die richtigen Zimmer hatten, alle Formalien erledigt und die Autos auf einem extra gesicherten Parkplatz untergebracht waren, hatten wir nur noch Zeit für einen kurzen Altstadtbummel in der Dämmerung, die schnell in finstere Nacht überging. Macht nichts, sagten wir, die Burg können wir ja morgen besichtigen.
Pustekuchen! Am nächsten Tag lag Podolien in einer undurchdringlichen Nebelsuppe, Sichtweite 20 bis 50 m! Wir schlichen über die zum Glück gut ausgeschilderten Strassen auf Czernivci in der Bukovina zu, da wurde es besser und wir konnten was von der Landschaft sehen. Trotzdem beschlossen wir, dem allzu herbstlichen Wetter zu entfliehen: Der Toyota wollte sowieso in einem Rutsch nach Basel über die Nacht, und wir meldeten uns bei Freunden in Budapest an. Es war übrigens Wahlsonntag in der Ukraine und wir hätten fast einen jungen Mann in einem Dorf überfahren, der mit einer wohlgefüllten Wahlurne aus Glas oder Plexiglas um 14.00 mittags eilig die Strasse überquerte, ohne links oder rechts zu schauen. Wollte er Zuhause schon mal Stimmen auszählen?
Anmerkung zu dem schlechten Urteil über die Ukraine im letzten Bericht: Das gilt allem Anschein nach nicht für die westlichen Gebiete. Ab der Linie Odessa Kiew sah alles sehr viel besser aus als im östlichen Teil des Landes, in der Bukovina war sogar so etwas wie Wohlstand zu sehen. Es wurde fleißig gebaut, selbst kleine neue Fabriken waren zu sehen, die Infrastruktur scheint hier viel besser zu sein. Ab also mit unseren Europaabgeordneten in den Osten des Landes!
Um 18.00 trennten wir uns von der Toyotabesatzung kurz vor Budapest auf der Autobahn. Wir machten’s eher gemütlich zurück, erst einmal mit deftigem ungarischen Essen und den entsprechenden Weinen.
Am Montag, den 01. November erreichte der Toyota gegen 11.00 Basel und Ueli und Moritz fingen sofort mit dem Studieren an. Wir dagegen fuhren gemütlich nach Tisnov bei Brno in Tschechien, um mit dem Verleger und Drucker meines geplanten Buches über Kilims zu konferieren. Einen herrlichen Fasan gab’s zum Abendessen mit lokalem Bier, das doch alles auf der Fahrt getrunkene bei weitem übertrifft.
Dienstag morgen wurden das Titel-Layout, Schrifttyp und Druckfarbe ausgesucht, dann fuhren wir am Nachmittag nach Krems, wo’s am Abend ein Treffen mit Freunden beim Heurigen gab.
Mittwoch waren wir glücklich um 18.00 zu Hause in Badenweiler, nach genau:
30.104 Kilometern in 71 Tagen!
(GA)
ZUSAMMENFASSUNG FOLGT, LASST UNS NOCH ETWAS ZEIT!